CvO beim Landesschultheatertreffen 2015

DSCI2336Vom 20. bis 24. April fand in der Bremerhavener Humboldtschule das diesjährige Landesschultheatertreffen statt und Schülerinnen und Schüler der CvO Oberschule waren dabei! Gemeinsam mit insgesamt knapp 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Klassen 6 bis 12, die von verschiedenen Schulen des Landes angereist waren, haben Schülerinnen und Schüler der Klasse 6c Theaterworkshops besucht und dabei an vier Tagen circa 10-minütige Inszenierungen entwickelt, die am fünften Tag der interessierten Öffentlichkeit präsentiert wurden.

Geleitet wurden die Workshops von qualifizierten Studierenden der Hochschule für Bildende Künste in Braunschweig, die auch gleich eine besondere Idee zum diesjährigen Treffen mitgebracht hatten: eine Bühne allein war nicht genug, sondern alle Orte der Humboldtschule sollten als Räume für Schauspiel und Performance-Kunst kreativ bespielt werden. Site-specific theatre war das Stichwort – zu deutsch: ortsspezifisches Theater – und das altehrwürdige Gebäude der Humboldtschule bot eine ganze Fülle an spannenden Schauplätzen, die von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Workshops unter dem Oberthema “Schule” mal vertraut, mal aus einem völlig neuen Blickwinkel vereinnahmt wurden.

Auch für das Publikum bot sich auf diese Weise am letzten Tag eine ganz neue Erfahrung, denn statt in Ruhe im Zuschauerraum Platz nehmen zu dürfen, ist es in kleineren Gruppen in einem Parcours durch die Schule geführt worden. Hinter jeder Ecke, in jedem Raum oder mitten auf dem Flur konnte sich plötzlich eine Szene entwickeln und manchmal war man als Zuschauer kein bloßer Betrachter mehr, sondern als (unfreiwilliger) Akteur mittendrin im Geschehen – vielleicht auch mal mehr, als dem einen oder anderen lieb gewesen ist.

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So entwickelte sich im Treppenhaus, durch das gerade eben noch ein Beschwerdechor marodierender Schülerinnen und Schüler gezogen war, plötzlich ein Beziehungsdrama in Anlehnung an Romeo und Julia, während in einem Klassenraum eine Etage weiter oben Schülerinnen und Schüler den Spieß umdrehten, ihren fiesen Lehrer kurzerhand aus dem Klassenraum jagten und ihre eigene Idealvorstellung von Schule präsentierten – inklusive der Frau Müller, die mindestens einmal im Monat einen Ausflug macht, einen schier unerschöpflichen Vorrat an Eiscreme im Gepäck zu haben scheint und für die “Hausaufgaben” ein absolutes Fremdwort ist.

Wer dachte, er könne dann auf dem Schulhof eine kurze Pause machen und zwischen den Inszenierungen ein wenig Luft schnappen, lief ohne Vorwarnung Gefahr, Opfer einer Einhorn-Invasion zu werden. Von jungen “Widerstandskämpfern” gerettet, fand sich das Publikum anschließend im Heizungskeller der Humboldtschule wieder, der mittlerweile zum Panikraum umfunktioniert und – wie sollte es anders sein – natürlich von Zombies überrannt wurde. Wer dieses Intermezzo heil überstanden hatte, durfte unter anderem noch einen Ausflug in den Raum der Träume und Wünsche machen oder sich in der Aula – in einem bibliophilen Strudel der Euphorie – von begeisterten Leseratten mitreißen lassen, wobei kein Buch auf dem anderen blieb.

Das ist längst nicht alles, was die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Landesschultheatertreffens auf die Beine gestellt haben. Um es auf den Punkt zu bringen: die Humboldtschule sprudelte für eine Woche geradezu über vor kreativen Ideen. Noch weitere Informationen zu den vielfältigen Workshops und den Etappenergebnissen der einzelnen Tage gibt es von den Redakteurinnen und Redakteuren der Theaterzeitung der Humboldtschule, die die gesamte Woche begleitet haben.

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Das Fazit der Schülerinnen und Schüler der Klasse 6c schließlich war einstimmig: einfach toll!!! Hinter ihnen liegt eine anstrengende, aber schöne Woche, die viel Spaß und Mut gemacht hat und in der auch so manche neue Freundschaft geschlossen werden konnte.