Im Schuljahr 2010/2011 wandelte sich die Carl-von-Ossietzky Oberschule (damals noch Georg-Büchner-Schule II) zur ersten Oberschule Bremerhavens. Gleichzeitig war die CvO-Oberschule aber auch die erste bundesrepublikanische Schule, in der das alte dreigeteilte Schulsystem konsequent aufgegeben wurde. Ein veraltetes Schulsystem, in dem nicht nur Kinder in drei völlig verschiedenen Bildungsgängen beschult wurden (und das “Abschulen” wie ein Damoklesschwert über den Schülern hing), sondern Schülerinnen und Schüler mit Lernbehinderung zusätzlich noch in Förderzentren ausgesondert wurden.
Unsere Schülerinnen und Schüler arbeiten seit vielen Jahren erfolgreich mit einem Team aus spezialisierten Pädagogen gemeinsam in eher kleinen Oberschulklassen, die durch Integration und individuelle Förderung das alte dreigeteile Schulsystem überflüssig machen. Seit vielen Jahren arbeitet unsere Schule ebenfalls eng mit der Oberstufe Carl-von-Ossietzky im Hause zusammen. Diese Kooperation wurde durch einen Schulverbund gefestigt, der alle Abschlüsse in einem Schulgebäude ermöglicht. Diesen Verbund dokumentiert auch der neue Name der Georg-Büchner-Schule II: CvO-Oberschule.

Einige pädagogische Besonderheiten:

Gestaltung der Übergänge

Die LehrerInnen und SonderpädagogInnen unserer Jahrgangsteams nehmen lange vor den Sommerferien Kontakt zu den abgebenden Schulen auf. Sie erleben die Grundschulklassen und führen intensive Gespräche mit den KollegInnen. Die Kenntnis der bisherigen Lernentwicklung der Kinder sowie ihre Interessen und Motivationen sind Voraussetzung, um einen angstfreien und optimalen Schulwechsel zu gestalten.

Schuleingangswoche

In den ersten Tagen an der neuen Oberschule gibt es eine Mischung aus Spiel- und Lernangeboten für die SchülerInnen. Kinder und Erwachsene lernen sich genauer kennen. Nach einem gemeinsamen Ausflug (in diesem Jahr mit zwei Übernachtungen) in die nähere Umgebung legen die LehrerInnen des Jahrgangsteams die Zusammensetzung der Klassen fest. Dass dabei auch Schülerwünsche zum Tragen kommen, ist selbstverständlich.

Lernstanderhebungen

Um die SchülerInnen von Anbeginn an individuell zu fördern und zu fordern, werden aktuelle Testverfahren eingesetzt, die von führenden Pädagogen und Verlagen entwickelt werden. Anhand spezieller Diagnosen erhalten die Kinder dann Materialien, die passgenau für Ihre Lernentwicklung zusammengestellt sind.

Teamsitzungen

Alle LehrerInnen und SonderpädagogInnen treffen sich mindestens einmal in der Woche in einem speziellen Teamraum, um sich auszutauschen und um aktuelle Probleme und Entwicklungen zu besprechen. Besonderes Augenmerk wird darauf gelegt, dass in allen Oberschulklassen vergleichbare Absprachen, Anforderungen und Bedingungen gelten.

Gestaltung von Unterricht und Lernumgebung

Viele Gründe tragen dazu bei, dass der Unterricht in einem ruhigen und konzentrierten Klima stattfindet. Die geringe Klassengröße und das regelmäßige »Teamteaching« in den Hauptfächern sind ebenso wichtig, wie feste Rituale, die Rhythmisierung des Schulalltags und des Schuljahres sowie eine moderne Ausstattung der Klassenräume. Zu den Selbstverständlichkeiten gehören nicht nur die ergonomische Sitzmöbel, sondern auch Ablagefächer, Kleiderhaken und »Logbücher« für alle SchülerInnen. Eine besondere Stärke unserer Schule ist das moderne Medienkonzept.

Unterrichtsmethoden

Unser Kollegium nimmt seit vielen Jahren an Fortbildungen teil, um den SchülerInnen vielfältige Anregungen im Rahmen eines zeitgemäßen und handlungsorientierten Unterrichts zu bieten. Die eingesetzten Unterrichtsmethoden orientieren sich an dem Konzept des renommierten Berliner Pädagogen Prof. Dr. Heinz Klippert und werden regelmäßig weiterentwickelt und aktualisiert. Trotz allem pädagogischen Pioniergeist gilt an unserer Schule aber auch noch das alte reformpädagogische Ethos: Lernen mit Herz, Kopf und Hand.

Sozialtraining

Kommunikations- und Teamfähigkeit sind Kompetenzen, die nicht nur in der heutigen Arbeitswelt immer wichtiger werden, sondern auch die Klassengemeinschaft stärken und eine für die Wissensvermittlung positive Lernumgebung ermöglichen. Der angstfreie und selbstbestimmte Lernprozess mit seinen individuellen Niveaustufen bietet jedem Kind ausreichend Gelegenheit, sich mit seinen persönlichen Stärken in die der Lerngruppe einzubringen und sich zu entwickeln. Spezielle Trainingseinheiten initiieren und begleiten den Prozess im Laufe des Schuljahres.

Projekttage, Ausflüge und Feiern

Auch Projekttage und Klassenfahrten gehören zum festen Bestandteil unseres Schulalltags. Auf den regelmäßigen Festen und Feiern stärken die SchülerInnen ihre Persönlichkeit, präsentieren Unterrichtsergebnisse, einstudierte Musik und Theaterszenen. Besuche im Stadttheater, im Zoo am Meer, Hafenrundfahrten, Besichtigungen und selbst die Fahrt zu den Weihnachtsmärkten in der Umgebung dienen dazu, dass die SchülerInnen ihren Erfahrungshorizont erweitern, selbstständiger werden und Verantwortung übernehmen.

Elternarbeit

Insgesamt vier Sprechtage im Schuljahr gewährleisten eine optimale Information der Eltern über die Lernentwicklung sowie das Arbeits- und Sozialverhalten der Kinder. Moderne Elternarbeit bedeutet für uns aber auch die Einbeziehung der Eltern in alle Bereiche der Schulentwicklung. Hierzu dienen zahlreiche Gremien, in denen Eltern engagiert mitarbeiten und dazu beitragen, dass sich unsere »Schule für alle« als lebendiges Ganzes im Stadtteil weiterentwickelt.

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